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Tahaggart & Oued Issendilene 15-tägige Geländwagenexpedition/ 5 Tage Kameltrekking/ Wanderungen ab/bis Deutschland.
1.-2. Tag Anreise und die Hoggarmetropole Tamanrasset Flug nach Tamanrasset. Wir kommen abends an und übernachten in einem Camp außerhalb der Stadt mit Ausblick auf das Hoggargebirge, das wir in den nächsten Tagen durchfahren werden. Am zweiten Tag besuchen wir die „Metropole“ Tamanrasset, die größte Stadt im Hoggar, die auf fast 1400 Metern Höhe gelegen und von Arabern. Berbern, Mozabiten und einigen Tuareg bewohnt ist. Aus den umliegenden Bergen fließt immer genügend Wasser ab, sodass die Bauern Gemüse und Obst anbauen können. Anfang des letzten Jahrhunderts lebte und wirkte hier der französische Pater Foucault, der das Leben der Tuareg-Nomaden studierte, das erste Wörterbuch der Sprache Tamashek erstellte und mit dem damaligen Tuaregführer eng befreundet war, der 1904 entscheidend zum Zustandekommen des Friedenvertrags mit den Franzosen beitrug. Die erste Einsiedelei und das Fort, das Foucault als Zufluchtsort für seine Freunde baute, erinnern an den Pater. Tuareg aus der Umgegend besuchen bis heute gerne die Stadt mit ihren Lehmbauten, durch die der ewige Wind feinen Treibsand jagt, um Tee zu trinken, Informationen auszutauschen – und Einkäufe zu erledigen. Es besteht Gelegenheit, Geld zu wechseln und letzte Dinge zu besorgen, bevor wir abends wieder im Camp übernachten. ·
3.-4. Tag Akazien, Sandstein und Granit Nach einem ausgiebigen Frühstück fahren wir vormittags mit den Geländewagen über Pisten in die Ausläufer des Hoggar-Gebirges, das als eine der ältesten Gebirgslandschaften der Erde gilt und vor rund 600 Millionen Jahren entstand. Die höchsten Gipfel des Hoggar ragen bis knapp 3000 Meter in den gleißend hellen Himmel. Wir gelangen bis zu einem der weitläufigen Täler, in denen überraschend viel Grün sprießt, Akazien sich gegen die harte Witterung verteidigen und sogar an manchen Stellen Oleander blüht. Übernachtung unter freiem Himmel. Der vierte Reisetag ist durch die Sandsteinmassive des Hoggar geprägt, aus denen die Berge neben Graniten, Schiefern, Quarziten und kristallinen Kalken bestehen. Wir suchen uns eine einsame Stelle für die Mittagsrast während der heißesten Tageszeit. Wie Kathedralen ragen die Felsen in die Höhe und lassen unsere Geländewagen winzig erscheinen wie Ameisen. Gewaltige Plateaus erstrecken sich bis zum Horizont. Übernachtung bei Tagrera unter freiem Himmel. ·
5.-7. Tag Im Tassili Hoggart Statt Felsen umgeben uns jetzt weite Sandebenen durch die wir gleiten, als schwebten wir im Nichts. Wo keine Reifenspuren zu sehen sind, wirkt die Landschaft, als habe sie noch nie ein Mensch betreten. Im Oued Tarabine erreichen wir ein ausgetrocknetes Flussbett mit einer Erhebung in der Mitte, die aufragt wie eine Insel. Auf einer Felsplatte entdecken wir Spuren der Nomaden, die hier vor ewigen Zeiten Rast machten: Sie haben die Steinplatte fast vollständig mit Gravuren bedeckt. Geröll macht den nächsten Streckenabschnitt zu einer leichten Holperpartie – die sich lohnt: Wir erreichen die Dünen und den Berg von Tahaggart, dessen rötliches Massiv sich gegen die Witterung stemmt und so zu einer gewaltigen Skulptur verwitterte, die an den Fuß einer gotischen Kathedrale erinnert. Der Sand wird auf dem weiteren Streckenverlauf immer glänzender, als sei er mit Diamantstaub durchsetzt – tatsächlich lassen ihn Mineralreste so glitzern. Darin ruhen granitene Buckel, gelegentlich ragen raue Berge aus der Ebene, Seitentäler öffnen sich neben der Piste – und mit etwas Glück begegnen wir Herden der anmutigen und schnellen Wüstengazellen. Schließlich gelangen wir am fünften Reisetag in das Oued Tadant, das über einen Brunnen verfügt, zu dem regelmäßig Nomaden anreisen, um ihre Tiere zu tränken und ihre Wasserbehälter aufzufüllen. Der sechste Reisetag führt uns über die langgezogenen goldgelben Dünen des Erg d’Admer. Durch die Ausläufer des riesigen Hochplateaus Tassili n’Ajjer nähern wir uns am siebenten Reisetag zum ersten Mal seit unserer Abfahrt aus Tamanrasset wieder einem Ort: Djanet liegt in einem fruchtbaren von mehreren Quellen bewässerten Oued, das von Palmenhainen und Gärten durchzogen ist. Trotz seiner touristischen Bedeutung (von hier starten die meisten Trekkings zur Besichtigung der prähistorischen Felsgravuren des Tassili n’Adjer) ist Djanet ein kleiner Ort geblieben - mit einem winzigen Zentrum, das von Tuareg, Nordalgeriern und einigen alt eingesessenen Oasenbauern bewohnt wird. Wir übernachten am alten Karawanentreffpunkt von Tim Ras am Rand von Djanet. ·
9.-13. Tag Kameltrekking zum Oued Issendilene In Tim Ras treffen wir auf unsere Kamelführer und die Reittiere, die in jahrelanger Ausbildung gelernt haben, auf winzige Signale mit dem am Nasenring befestigten Zügel zu reagieren. Auf ein Kommando lassen sich die riesigen Tiere auf die Knie nieder, sodass der Reiter in den hölzernen Sattel steigen kann. Die Füße ruhen beim Reiten auf dem mit drahtigem Fell bewachsenen Hals der Tiere. Wir lassen unsere Geländewagen stehen, die uns während unserer Kameltour nur ein- bis zweimal Wasser und frisches Brot bringen werden, und reisen von hier aus auf die traditionelle Weise der Nomaden. In den nächsten Tagen stellen wir uns ganz auf den Rhythmus der Wüste ein. Wir stehen früh morgens auf, wenn die Sonne noch blass am Horizont steht, nehmen unser Frühstück unter dem endlosen Wüstenhimmel ein und nutzen die kühleren Stunden des Tages zum Reiten. Im gemächlichen Tempo und gleichmäßigen Schaukeln der Reittiere bewegen wir uns am Fuße des Plateaus Tassili n’Adjer durch Fels- und Sandlandschaften. An einigen besonders steilen und steinigen Stellen steigen wir ab, um die zarten Fußsohlen der Kamele zu schonen. Aber auch zwischendurch ist es entspannend, gelegentlich Strecken zu Fuß zu gehen. Manchmal scheinen sich die Felswände auf uns zu schieben, dann wieder gelangen wir in weite Täler, blicken auf sanfte Dünen und menschenleere Weite. Wo die Täler bewachsen sind, lassen wir unsere Kamele weiden. Am Wegrand sehen wir gelegentlich prä-islamische Grabanlagen. Abends schlagen wir unser Lager an einsamen Stellen auf, wo wir nur den Nachtwind und das gelegentliche Schnauben unserer Kamele hören. Nach der großen Trockenheit wirkt das Oued Issendilene, das wir am Ende der Méharée erreichen, wie ein paradiesischer Ort. Auf beiden Seiten ist es von verwitterten Felsen begrenzt, im weichen Boden des Flussbettes wachsen Tamarisken, Oleanderbüsche, Dattelpalmen und sogar Lavendel. Schilfwälder wogen im Wind. Ein großes Regenwasserbecken in einer hinter dichtem Gestrüpp verborgenen Felsnische dient als Wasserquelle und Tränke für die Tiere. Tal und Wasser werden von einer Tuaregfamilie bewacht, die Ziegen, Hühner und Kamele hält. Bei Interesse besteht die Möglichkeit, bei dieser Familie eine Ziege zu kaufen und ein „Abschlussgrillen“ mit der Begleittruppe der Kameltour zu organisieren. Für Vegetarier bereitet der Koch selbstverständlich zusätzlich ein fleischloses Gericht zu.
14.-15. Tag Die weinende Kuh und das Ende der Reise Am Morgen verabschieden wir uns von unseren Begleitern und den Kamelen und steigen für die letzten Tage der Reise wieder in die Geländewagen um. Rasant schnell erscheint uns die Geschwindigkeit – im Vergleich zum Kamelrhythmus auf dem Hinweg – in der wir das Kesseltal Oued Issendilene durchfahren. Danach fahren wir noch einmal über die sanften Dünen des Erg d’Admer und erreichen gegen Mittag unsere Raststelle im Sand in der Nähe von Djanet. Nachmittags können wir im Ort noch einkaufen – auch wenn die Auswahl in den wenigen, Läden eher gering ist - das Dorfleben beobachten und uns den Wüstenstaub der letzten Tage abduschen. Abends verlassen wir Djanet wieder und fahren bis zu den berühmten Felsgravuren der „weinenden Kuh“. Neben der Kuh sind auf dem meterhohen Fels Gazellen, Giraffen, ein Gepard, ein Elefant, ein paar menschliche Figuren und Fußabdrücke zu sehen.
Wir übernachten in der Nähe des Felsens auf einer Düne oder in einem Oued ein letztes Mal unter freiem Himmel, bevor wir am frühen Morgen des fünfzehnten Reisetags zum Flughafen von Djanet aufbrechen und zurückfliegen.
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