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4. Tag Kameltrekking
Nach dem Frühstück steigen wir zunächst zu einem Aussichtspunkt auf, von dem wir einen atemberaubenden Blick auf eine zerklüftete Felslandschaft genießen können. Anschließend ziehen wir mit unseren Kamelen hinüber in das weite Wadi Tahwine, das von felsdurchsetzten Dünenrücken sowie einer höheren Bergkette gesäumt ist. Nachmittags führt der Weg durch ein Seitental an den Rand des Wadi Awiss. Am Fuße einer großen, im Abendlicht rötlich scheinenden Düne stellen wir unsere Zelte auf. Vom Dünenkamm bieten sich spektakuläre Ausblicke in die verschiedenen Talsysteme und von Inselbergen durchzogene Sandebenen. Übernachtung im Zelt [FMA]
5. Tag Kameltrekking
Unsere heutige Route führt in einem weiten Bogen zunächst wieder an den Ostrand des Akakus und anschließend über eine sandige Passage in das weite Talrund des Wadi Tanadohan, das von kleineren Bergketten umgeben ist. In der Nähe eines Felsens, an dem es interessante Felszeichnungen zu sehen gibt, legen wir unsere Mittagspause ein. Nachmittags passieren wir zwei Felsbögen und überqueren eine kleine Kiesebene, bevor wir in das große Wadi Awiss absteigen. Kurz vor Erreichen unseres Lagerplatzes kommen wir an einer Felswand mit Felsgravuren vorbei. Es ist beeindruckend, in welcher Vielfalt schon vor Tausenden von Jahren die Bewohner der Sahara ihre wichtigsten Lebensinhalte in Stein gefasst haben. Gelangt man dann bei Wanderungen an abgelegene Stellen, wo sich schon vor 5.000 bis 10.000 Jahren Menschen verewigt haben, erscheint einem die Vorgeschichte hautnah. Übernachtung im Zelt [FMA]
6. Tag Kameltrekking
Heute morgen unternehmen wir eine etwa 4-stündige Rundwanderung durch das Wadi Awiss und seine weitläufigen Randbereiche - den Kamelen sei vormittags eine Pause gegönnt. Wir aber wandern zwischen Dünen und bizarr geformten Felsformationen (Felsbrücken, Kegelberge, Löcher in Felswänden!), queren dann den weiten Wadiboden und erreichen den größten Abri des Akakus, eine von überhängenden Felswänden eingerahmte Schlucht. Hier hat der italienische Felsbildforscher Fabrizio Mori Grabungen durchgeführt. Vorbei an etlichen Felsbildfundstellen kehren wir zu unserem Lagerplatz zurück. Nachmittags folgen wir dem nun immer enger werdenden Wadi Awiss aufwärts, bis wir am Rande einer Kiesebene, die sich zu den hohen Randbergen des Akakus hin erstreckt, unsere Zelte aufbauen. Vielleicht können wir abends zusehen, wie sich unsere Touaregbegleiter ihr traditionelles Wüstenbrot, die Taguila, im Sand backen. Bald werden sich die dunklen Konturen der Felsformationen gegen den noch leicht verfärbten Wüstenhimmel abzeichnen. Übernachtung im Zelt [FMA]
7. Tag Kameltrekking
Einem alten Karawanenweg folgend überschreiten wir den 1.050 m hohen Akbar Pass, der einen der wenigen Übergänge über das nach Westen hin zumeist steil abfallende Akakus-Gebirge darstellt und nur zu Fuß zu überqueren ist. Über diese Passage müssen auch die Kamele separat und ohne Last geführt werden. Es sind etwa 250 m Auf- und 350 m Abstieg auf felsigem Weg zu gehen. Auf dem Pass haben wir ein wirkliches Bergerlebnis! Unter uns liegen weit verzweigte Bergketten. Welch schöne Wüstenlandschaften sich dazwischen verbergen, kann am besten ermessen, wer die Täler durchwandert hat. Nach dem Abstieg in eine Art Mondlandschaft und einem weiteren kleinen Aufstieg reiten wir über ein weites Hochplateau. Durch ein sandiges Trockental führt die Route am Nachmittag abwärts, bis wir um einen Bergrücken biegen und sich uns plötzlich der erste Blick auf den Kafichenoun eröffnet. Viele Sagen ranken sich um diesen mystischen "Geisterberg der Touareg" - in einem Roman des libyschen Schriftstellers Al-Koni taucht er auch unter dem Namen Indenan auf. Im Gegenlicht wirken abends die Umrisse des Berges wie eine gigantische Festungsanlage mit Wachtürmen und Burgen. Unweit davon entfernt erkennen wir unser morgiges Ziel. Übernachtung im Zelt [FMA]
8. Tag Kameltrekking – Geisterberg Kafichenoun
Die letzte Etappe führt durch das weite Wadi Tanezzouft entlang der hoch aufragenden Steilabstürze des Akakus und Sanddünen zum Geisterberg Kafichenoun. Die Touareg glauben, dass auf seinem Gipfel und in Höhlen die Djinnen wohnen, die Geister der Wüste. Der berühmte Afrika-Forscher Heinrich Barth bekam den Verdruss der Geister zu spüren, als er im Juli 1850 den Berg erforschen wollte. Die Touareg warnten ihn und wollten ihn nicht dorthin führen, er aber wagte die Erkundung alleine und verirrte sich dabei, verdurstete fast und wurde in letzter Minute von seinen Begleitern gerettet. Bevor wir unser Trekkingziel erreichen, erwartet uns eine besondere Wohltat: Im weiten Wadiboden stehen zwei einfache, kleine Badehäuschen, in die das Wasser einer warmen, schwefelhaltigen Quelle geleitet wird. Auch Einheimische nutzen die Quelle für Heilbäder. Hier können wir den Sand und Staub der vergangenen Tage abwaschen. Und dann ist es nur noch ein kurzes Stück zu unserem Lager am Fuße bis zu 400 m hoher Dünen!! Hier haben wir Zeit, uns eine einsame Dünenkante in einem Ozean aus Sand zu suchen und den Blick über die Sahara schweifen zu lassen. Übernachtung im Zelt [FMA]
9. Tag Kafichenoun - Tassili Maridet
Nachdem wir uns von unseren Tuareg-Begleitern und den Kamelen verabschiedet haben, steigen wir auf Geländefahrzeuge um. Wir fahren nach Ghat, der einzigen größeren Oase der Region und wichtiges Handelszentrum der Tuareg. An ein Labyrinth erinnern uns die leeren Gassen der verlassenen Altstadt mit den ineinander verschachtelten, teilweise eingefallenen Lehmhäusern. In Ghat lebt heute der Großteil der regionalen Tuareg-Bevölkerung, die Gegend ist jedoch bereits seit Jahrtausenden besiedelt und seit Jahrhunderten Durchgangsstation der Karawanen der Sahara. Nach einer kurzen Besichtigung führt unser Weg mit den Jeeps in das Tassili Maridet. Wir passieren enge Dünenketten und erreichen schon bald das Tassili Maridet. Unzählige Felstürme und -nadeln wachsen hier förmlich aus dem goldgelben Sand, man fühlt sich stellenweise wie in einem Wald aus Stein. Inmitten dieser Traumlandschaft bauen wir unsere Zelte auf, unternehmen einen ersten Erkundungsspaziergang und genießen einen unvergesslichen Sonnenuntergang. Übernachtung im Zelt [FMA]
10. Tag Tassili Maridet - Arramnudaden
Das Tassili Maridet - wie auch das Akakus - sind geologisch gesehen die Fortsetzung des Tassili-Gebietes auf algerischer Seite. Vormittags unternehmen wir eine etwa 3-stündige Rundwanderung durch diesen „Zauberwald". Aufgrund des sehr unübersichtlichen Geländes ist dies nur in der Gruppe möglich. Sicherlich ist dieses von Wind und Sand gesägte Steinlabyrinth aus unzähligen Felsnadeln und -türmen einer der Höhepunkte der Reise. Nach der Mittagspause fahren wir zunächst weiter nach Regaya, einer größeren Felsengruppe, wo es einen großen Felsbogen zu bestaunen gibt. Es folgt eine fahrtechnisch etwas anspruchsvolle Passage über ein Plateau, bevor wir Felsüberhänge (Abris) ansteuern, an denen wir bis zu zwei Meter große Gravuren besichtigen können. Giraffen, Elefanten und Rinder sind von prähistorischen Künstlern in feinster Qualität geschaffen und bis heute gut erhalten. Und dann ist es nur noch ein kurzes Stück bis Arramnudaden, einer Mischung aus erodierten Felsformationen und Sanddünen - ein wirklich schöner Lagerplatz. Übernachtung im Zelt [FMA]
11. Tag Al Awaynat – Ubari
Wir unternehmen eine Morgenwanderung und fahren danach weiter über eine weitläufige Regebene (Kies-, Kieselwüste) und anschließend entlang prächtiger „Bilderbuchdünen". Nach der Mittagspause erreichen wir schließlich die Hauptstraße nach Al Awaynat. Hier schließt sich unser Kreis. In einem Camp haben wir die Gelegenheit, nach so langer Zeit wieder einmal zu duschen. Nach einer kurzen Fahrt auf der Teerstraße biegen wir ab zu einer Gruppe rötlicher Sanddünen, in der wir heute übernachten werden. Übernachtung im Zelt [FMA]
12. Tag Mandara-Seen
Auf der Teerstraße fahren wir bis Terkiba, dem „Eingangstor" zu den Mandara-Seen und bald geht es in spannender Dünenfahrt zunächst zum Mandara-See, dem Namensgeber für eine Gruppe von einst bis zu 15 Seen. Einige davon sind nur manchmal mit Wasser gefüllt, trocknen zeitweise wieder aus, um dann aus bisher nicht geklärten Gründen wieder vollzulaufen. Bei den Gewässern handelt es sich eventuell um Reste des riesigen Binnensees, der vor ca. 400.000 Jahren das heutige Saharabecken nahezu ausfüllte. Als nächstes besuchen wir den Umm el Maa, einen von Palmen und Schilf gesäumten See, der wie eine blaue Perle inmitten der Dünenlandschaft des Erg Ubari liegt. In seiner Nähe schlagen wir zum letzten Mal unsere Zelte auf. Übernachtung im Zelt [FMA]
13. Tag Mandara-Seen – Sebha - Tripolis
Morgens besuchen wir den kleinen Maflu-See und erreichen schließlich den Gabroon-See, den größten der Mandara-Seen, der nach Süden von einer gewaltigen Sanddüne begrenzt wird. Hier machen wir unsere Mittagspause und können die Zeit zu einer kleinen Dünenwanderung oder zu einem Bad in dem salzhaltigen Wasser nutzen. Auf der Wasseroberfläche spiegeln sich die hohen Dünen und die Palmen des Ufers - ein wirklich außergewöhnliches Bild! Nachmittags fahren wir nach Sebha zurück, nehmen Abschied von unseren Begleitern und fliegen am späten Abend nach Tripolis zurück. Übernachtung im Hotel [FMA]
14. Tag Tripolis – Leptis Magna
Nach dem Aufenthalt in der Sahara erscheint es uns heute ganz eigenartig, endlos Wasser zu sehen. Wir fahren von Tripolis über die Küstenstraße entlang dem Mittelmeer zum etwa 120 km entfernten Leptis Magna. Die archäologische Stätte wurde zu Recht als UNESCO Weltkulturerbe bewertet, denn es zählt zu den großartigsten Ausgrabungen des Römischen Reiches. Ursprünglich um 800 v.Chr. von den Phöniziern als kleiner Handelshafen gegründet, wurde Leptis unter der Herrschaft der Karthager stark erweitert, bis es unter den Römern seine Blütezeit erlebte. Um das Jahr 200 wurde Leptis Magna unter Kaiser Septimus Severus Hauptstadt der römischen Provinz Africa Tripolitania. Entsprechend der bewegten Geschichte findet sich auf dem Ausgrabungsgelände eine interessante architektonische Mischung. Hadriansbäder, Nymphäum, das Forum des Septimus Severus, verschiedene Tempelruinen und christliche Basiliken; sogar marmorne Verkaufstheken der Fischhändler sind noch auf dem Marktplatz vorhanden. Wir besichtigen die Ausgrabungen und das Amphitheater. Am späteren Nachmittag Rückfahrt nach Tripolis und Rest des Tages zur freien Verfügung. Freitags sind die Läden im Suq meist tagsüber geschlossen, am Spätnachmittag wird es in der Medina aber zunehmends lebendiger und ein Besuch lohnt sich. Von einem Café aus können wir das Treiben beobachten. Übernachtung im Hotel [FMA]
15. Tag Tripolis
Heute morgen besichtigen wir das Nationalmuseum von Tripoli. Im Laufe des Vormittags werden wir zum Flughafen gebracht und treten unseren Heimflug nach Frankfurt an. [F]
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