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4. – 7. Tag: Durch das Aïr-Gebirge, bis zur grandiosen Ostseite des Berglandes
Unmittelbar nach dem Verlassen von Agadez erreichen wir die dunklen Ausläufer der Aïr-Berge und eine schmale Piste schlängelt sich durch das vulkanische Gebirge mit tief eingeschnittenen Oueds. Die ersten Tuareg-Siedlungen tauchen auf, wie zum Beispiel El Meki, ein ehemaliger Bergbauort. Die schönste Oase des Aïr ist ganz sicher Timia. Unterhalb des Ortes überrascht uns ein riesiges Guelta (natürliches Wasserbecken), dessen hohe Wände aus Basaltsäulen fast wie eine Theaterkulisse wirken. Unsere Fahrzeuge klettern aufwärts und plötzlich öffnen sich d
ie engen Felswände und geben den Blick frei auf grüne Oasengärten mit Dattelpalmen, Feigen- und Obstbäumen. Die Häuser des Ortes sind eng an die Felswände gebaut, damit die oft reißenden sommerlichen Regenfälle nicht allzu große Schäden anrichten. Kurzer Rundgang durch den freundlichen Ort, geführt von Jugendlichen. Wir entrichten dafür eine kleine Gebühr, zur Unterstützung der örtlichen Schule.
Bis zur Ruinenstadt Assodé, dem ehemaligen Hauptort der Aïr-Tuareg, folgen wir noch der Iferouane-Piste. Später, Richtung Taghmert-Massiv, orientieren sich die Fahrer am Berg Goundaï. Es folgt eine Passage durch ein totales Gewirr von Felsen, wo wir zu Fuß gehen, damit die entlasteten Fahrzeuge Felstreppen und Geröll besser bewältigen können. Später tauchen erste sandige Ebenen auf, die Oueds werden breiter und wir erreichen das weite Tal von Zagado.
Kogo, im Oued Issaouane gelegen, ist eine traditionelle Tuaregsiedlung unter mächtigen Akazien. Verlässt man den Schatten der Bäume, so tut sich eine phantastisch schöne Landschaft auf: Riesige weiße und bläulic
h schimmernde Marmorbrocken türmen sich rechts und links unserer Piste auf, dazwischen hellgelber, angewehter Sand aus den Tiefen der Ténéré. Hochaufgebaute, feingeschwungene Dünenkämme branden an die dunklen Berghänge von Taghmert und Takarit. Die gewaltigen granitenen Bergmassive sind Ringplutonen, erstarrte Wurzeln ehemaliger Vulkane. Während das Aufstiegszentrum der glutflüssigen Massen, aus denen die Massive des Aïr entstanden, gut 1000 km südlich in Nigeria liegt, wanderte die Erdkrustenplatte samt der Magmakammern und der Berge allmählich nach Norden. Die Vulkankegel und erstarrten Lavaströme, die sich mit anderen Sedimenten als viele tausend Meter mächtige Schichten abgelagert hatten, wurden im Laufe der Zeit von den Kräften der Verwitterung abgetragen und – einzigartig auf der Erde – die Erosion legte die ehemaligen Magmakammern frei.
Ganz besonders eindrucksvoll stellt sich dem Auge des Betrachters diese geologische Einmaligkeit in der »Krabbenschere« von Arakaou dar. Wer sich hier die Mühe macht und auf die höchsten Dünen klettert, erkennt v
on oben die riesige Caldera. Der gewaltige Einbruchskrater entstand vor Jahrmillionen, als ein wahrscheinlich mehrere tausend Meter hoher Vulkan in eine entleerte Magmenkammer einbrach.
Grandiose Fels- und Dünenlandschaften auf dem Weg durch die Region von Agamgam und dann in den Oueds Anakom, Tanakom und Tageït prähistorische Felsgravuren, die zu den eindrucksvollsten der gesamten Region zählen.
8. – 11. Tag: Hinaus in die Ténéré, auf der Route der Salzkarawanen nach Bilma
Wir lösen uns vom dominanten Gebirgsrand und starten zur ersten freien Navigationsfahrt zum Brunnen Tafagak, besser bekannt als »Arbre du Ténéré«, wo wir vielleicht unsere Wasservorräte ergänzen, bevor wir den Erg du Bilma in Angriff nehmen. Die kilometerlangen Dünenketten verlaufen nicht exakt in unserer Fahrtrichtung und wir müssen immer
wieder Passagen über steile und einigermaßen befahrbare Dünenkämme finden. Im wesentlichen bewegen wir uns auf der traditionellen Salzkarawanenroute in nordöstlicher Richtung.
Irgendwann steigt aus den Sandschleiern eine langgezogene Felskante auf, die Falaise von Agram, an deren Fuß die Salzoase Fachi liegt. Für die Karawanen ist dies ein wichtiger Etappenpunkt und Handelsplatz. Weitere atemberaubende 180 Dünenkilometer trennen uns von Bilma. In Bilma Besuch der Saline von Kalala. Minimalversorgungsmöglichkeiten mit Gemüse, Keksen, Wasser; voraussichtlich Formalitäten bei den Behörden.
12. – 14. Tag: Kaouar & Djado-Plateau
Entlang der Steilstufe des Kaouar fahren wir in nördlicher Richtung vorbei an den
Wassertümpeln von Arrigui nach Dirkou, einem Militärposten. Rechterhand tauchen immer wieder kleine Oasen auf, wie etwa Aney, mit seiner zerfallenden Fluchtburg. Nun gilt es, die freie Fläche zwischen nördlichem Kaouar und dem Djado-Plateau zu überwinden. Markante Wegmarke ist der Pic Zoumri, ein kegelförmig verwitterter Zeugenberg. Vorbei an Seguedine, wo die Piste nach Libyen abzweigt, nähern wir uns mühsam dem Djado-Plateau, die Piste schlängelt sich durch flache, metallisch klingende Felsen und irgendwo – je nachdem welche Spur man fährt – finden wir vielleicht große Stücke versteinerten Holzes.
Chirfa, ein winziger Ort mit einem verfallenem französischen Fort, ist
Ausgangspunkt für unseren ausführlichen Besuch von Djado, Djaba und Orida am Fuße des Plateaus (siehe hierzu auch Ländermerkblatt Niger). Mit Erlaubnis des Miltärs können wir uns eventuell auch »Alt-Chirfa« ansehen, eine weniger bekannte Fluchtburg.
15. – 16. Tag: Zurück zum Ostrand des Aïr-Gebirges, die Riesendünen von Temet
Nun ist die Falaise d’Issilak zu überwinden und wir lernen eine völlig andere Ténéré kennen als im Süden. Nachdem die mit Stangen markierte Piste Richtung Norden nach Djanet/Algerien verschwunden ist, wird die Landschaft bretteben. Der Urstrom Tafassasset hat ein riesiges Reg (Kieswüste) ausgebildet. Einzige Wegmarke auf der Fahrt zu den Bergen von Adrar Bous im Aïr ist der kleine Bergrücken von Grein oder ein Tamariskenhügel, der »Arbre Thierry Sabine«. In flotter Fahrt legen wir die Strecke zwischen Falaise d’Issilak und Adrar Bous in einem Tag zurück.
Die Region von Adrar Bous ist in Wissenschaftskreisen weltberühmt geworden durch außergewöhnlich schön geformte, prähistorische Funde, die eine steinzeitliche Revolution, ähnlich dem Übergang in unser Maschinenzeitalter, darstellen. Bereits auf der Fahrt hierher passierten wir immer wieder prähistorische Siedlungsplätze und ausgetrocknete Seen mit Versteinerungen, denn diese Etappe folgte dem Nordufer des »Paläo-Tschad«.
Granitkugeln und von der Erosion künstlerisch geformte Skulpturen sind ein lohnender Fotostopp in der Lanschaft Imanene. Rechts taucht bereits das Plateau des Berges Tin-Galene auf, weicher Sand macht die Fahrt spannend und schon wartet das nächste »Highlight«: Atemlos erreichen Sie die Gipfel der höchsten Dünen in der Südsahara, wenn Sie in Temet eine spektakuläre Dünenwanderung unternehmen. Im Hintergrund nun wieder die dunklen Berge des Aïr, unter anderen auch der zweithöchste des Gebirges, der Mont Greboun, die in herrlichem Kontrast zu den Dünen stehen.
17. – 20. Tag: Die »Blauen Berge«, das nördliche Aïr und die Rückfahrt nach Agadez
Oft müssen wir eine Rampe für die Fahrzeuge schaufeln, wenn wir Temet nach Westen hin verlassen. Tosendes Wasser hat hier steile Ouedkanten von oft drei Metern Höhe entstehen lassen, welche zu überwinden sind. Aber dann folgt wieder eine berauschende Dünenfahrt, bis zu den Blauen Bergen von Izouzadene. Ein geologisches Wunder inmitten des Dünenmeeres, ein Skulpturengarten aus Marmor! Was einst unter hohem Druck in der Tiefe der Erde entstand, liegt hier nun frei an der Oberfläch
e und wurde vom Sandstrahlgebläse des Wüstenwindes zu einer Traumwelt aus bläulich schimmernden Marmor geformt. Hohe Dünen und sandige Hänge erlauben den Aufstieg bis zu den Gipfeln der Marmorberge. Die bläuliche Färbung kommt durch Lichtbrechung in der Gesteinsstruktur und selektive Rückstrahlung des blauen Anteils zustande.
Bei der Weiterfahrt nach Süden weist uns die Kulisse des Adrar Chiriet den Weg. Der Chiriet, ein Ringpluton wie das Tamgak-Massiv, liegt losgelöst vom Aïr, wie eine Insel in den Dünen der Ténéré.
Entweder in Tchoum Adegdeg oder am Brunnen von Tezirzek bekommen wir endlich wieder Wasser. Seit wir vor etwa 5 Tagen Chirfa verlassen haben, sind dies die ersten Wasserstellen im Einzugsbereich unserer spektakulären Route. Die Brunnen liegen in sehr schöner Umgebung und werden regelmäßig von Tuareg-Nomaden genutzt. Es kann zu einprägsamen Begegnungen kommen, wenn Sie sich etwas Zeit nehmen. Nicht nur Männer kommen zu den Wasserstellen, sehr selbstbewusste Frauen sind hier draußen oft allein unterwegs und kümmern sich um ihre Ziegenherden.
Zur Oase Iferouane und dann durch das zentrale Aïr führt die Fahrt zurück nach Agadez.
21. – ca. 22. Tag: Zurück in die Haupstadt am Nigerstrom und Rückflug
Transferfahrt nach Niamey und Rückflug. Sobald es neue, akzeptable Flugverbindungen von/nach Agadez.
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