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Tadschikistan

Bam -i Dunya.
25-tägige Expedition im geländegängigen Kleinbus und mit Kameltreck ab/bis Deutschland.

Highlights:
- 25tägige Expedition in die entlegene Gebirgswelt des Pamir
-  5-6tägiges Trekking mit Lastkamelen von Sommerweide zu Sommerweide
- 2tägiges Trekking auf der Fährte der seltenen Marco-Polo-Schafe
- Begegnungen mit Nomaden, mit denen wir Alltag und Erfahrungen teilen
- Unterbringung in Jurten und familiären Unterkünften
- Heiße Bäder in verschiedenen Thermalquellen der Region
- Erkundung des Panj-Tals und der Städte Murghab und Khorog

1.-3. Tag
Anreise zum Kara Kul
Der östliche Pamir in Tadjikistan gehört zu jenen Gegenden der Erde, die auch in Zeiten dicht gewobener und weltumspannender Flugnetze sehr schwer erreichbar sind. Die Anreise führt über Istanbul und Bishkek und von dort nach etwa 7stündigem Aufenthalt weiter nach Osh. In beiden Städten steht uns ein Hotelzimmer zur Verfügung. Wegen der komplizierten Anreise haben wir gleich zu Beginn einen Puffertag eingelegt. Gleichwohl bietet Osh genügend Sehenswertes, um den Tag dort kurzweilig zu verleben.
Dort, in Osh, beginnt am 3. Reisetag unsere eigentliche Tour. In russischen Geländefahrzeugen machen wir uns auf Richtung Süden. Diese erste Tagesetappe ist mit rund 280 Kilometern relativ lang, doch umgibt uns schon bald eine Landschaft, die unsere ganze Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt. Noch auf kirgisischem Boden beginnt die Auffahrt auf das Alai-Gebirge, dessen höchste Erhebung der Leninberg ist. Er misst 7134 Meter, und sein Name weist unmissverständlich in die jüngere sowjetische Vergangenheit der Region. Die Gipfel und Grate des Alai sind eine wichtige Wasserscheide, von der gleich mehrere Gletscher zu Tal kriechen. Zugleich bezeichnen sie die Grenze zwischen Kirgisien und Tadjikistan. Wir überschreiten sie am 4336 Meter hohen Kizil-Art-Pass. Unser Tagesziel, die Ansiedlung Kara Kul, liegt nur unwesentlich tiefer. Kara Kul heißt Schwarzer See, und tatsächlich leiht sich der kleine Ort seinen Namen vom unmittelbar benachbarten größten See des Landes.

Wir übernachten in einer jener Unterkünfte, wie sie typisch sind für den gerade erst zaghaft beginnenden Fremdenverkehr im östlichen Pamir. Dabei handelt es sich üblicherweise um Gästezimmer in Privathäusern oder –wohnungen, die wie Jurten liebevoll und gemütlich mit einer Vielzahl von Teppichen ausgestattet sind. Die Ähnlichkeit mit den traditionellen Nomadenzelten kommt nicht von ungefähr: Erst die sowjetische Verwaltung war es, die die ursprünglich nomadische bzw. halbnomadische Bevölkerung verstärkt in Städten und Dörfern ansiedelte. Zu jener Zeit flossen regelmäßige und nicht unbeträchtliche Subventionen in diese abgelegene Gegend, die für Moskau einen hohen strategischen Wert besaß. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion bleibt diese Förderung aus, was die Lebensbedingungen der hier lebenden Menschen rapide verschlechtert hat. Dessen ungeachtet zählen sich die Pamiri zu den gastfreundlichsten Völkern überhaupt. Mit entsprechend offenen Armen und Herzen werden wir in Kara Kul empfangen – eine Erfahrung, die uns während der ganzen Reise begleiten wird.

4.-5. Tag
Nach Murghab
Die Bergregion des östlichen Pamir erreicht flächenmäßig in etwa die Größe der Schweiz und besteht im wesentlichen aus einem ausgedehnten Hochplateau. Die durchschnittliche Höhe beträgt rund 4100 Meter, wir selbst werden auf unserer Tour 4.700 Meter nicht überschreiten. Dabei bewegen wir uns durch eine größtenteils vegetationslose, wüstenhafte Umgebung, die oft genug alle Kennzeichen einer Mondlandschaft trägt. Charakteristisch sind die scharfen Grate kahler Höhenzüge, deren nadelspitze Gipfel sich über einer von Gletschern glatt und rund gescheuerten Ebene erheben. Immer wieder ergeben sich überwältigende Ausblicke auf die umliegenden Gebirgszüge, die zu den höchsten der Welt zählen und das Plateau wie ein schützendes Bollwerk umgeben: im Norden Alai und Tian Shan, im Osten der Kun Lun Shan mit dem fast 7.500 Meter hohen Mustagh Ata, im Süden Karakorum und Hindukush, im Westen die gewaltigen schneebedeckten Häupter des Ismoil Somoni und des Korshenevskaya. Nicht umsonst trägt dieses abgeschottete, einsame Hochland den Beinamen Bam-i Dunya: Dach der Welt. Viel Regen fällt nicht auf dieses Dach, und doch gibt es an den Ufern des Aksu, des Alichur und des Pamir, aber auch entlang kleinerer Flüsse und Bäche in den Hochtälern frische grüne Bergwiesen. Fernab jeder Zivilisation folgen sie den vielfach gewunden Wasserläufen wie fruchtbare Girlanden und sind ein Paradies für Wildblumen, Bienen und Schmetterlinge. Hierher kommen die Nomaden mit ihren Tieren, und hierher zieht es auch uns immer wieder.

Jailoo heißen diese Sommerweiden, und gleich am 3. Reisetag suchen wir eine von ihnen auf. Sie liegt westlich des Kara Kul im Kokui-Bel-Tal. Bestimmt begegnen wir dort einer oder mehreren Nomadenfamilien. Die Hirten wie überhaupt die Einwohner des östlichen Pamir sind fast ausschließlich kirgisischen Ursprungs. Ursprünglich kommen sie aus den städtischen Oasen am nördlichen Rand des Hochplateaus und sprechen im Gegensatz zur ethnisch vielfach gemischten Bevölkerung im Westen des Pamir die Turksprache ihrer Heimat. Sie sind es, die seit Generationen mit ihren Herden über die rauen Hochebenen ziehen, die in den Tälern Bewässerungskanäle für ihre mageren Ernten in den Fels schlagen und gelegentlich mit weit entfernten Marktorten in Afghanistan, in Bukhara und Kashgar Handel treiben.

Wie Nomaden übernachten wir heute in einer Jurte, nachdem wir vorher auf einer kurzen Wanderung die ersten Geoglyphen zu Gesicht bekommen haben – auch dies eine charakteristische Erscheinung der Region, die uns bereits am nächsten Tag erneut begegnen wird. Da sind wir in der Nähe von Shorolu unterwegs und treffen auf Geoglyphen, die nach Aussage archäologischer Untersuchungen sehr wahrscheinlich über 2000 Jahre alt sind. Steinfiguren ähnlicher Art gibt es auch anderswo auf der Welt. Diese überdimensionalen Steinsetzungen sind wie Bilder oder Zeichnungen auf der flachen Ebene ausgelegt und in ihrem ganzen Umriss nur von oben zu erkennen. Der Sinn dieser Perspektive, die das menschliche Auge nicht erfassen kann, bleibt rätselhaft. Die Geoglyphen der östlichen Pamirregion gehören in der Regel in die Periode der Saka-Kultur, die während der frühen Eisenzeit große Teile Zentralasiens prägte und von der es offenbar auch Verbindungen zum Reiter- und Steppenvolk der Skythen gab. Auf unserem Weg westwärts zum Pamir Highway passieren wir einen Meteoritenkrater. Anschließend erklimmen wir in unseren Fahrzeugen den 4.655 Meter hohen Akbaital-Pass und gelangen schließlich nach Murghab.

Die Stadt ist das administrative Zentrum des Murghab Rayon, der den größten Teil des östlichen Pamir ausmacht, und zugleich die einzige größere Ortschaft in dieser Region überhaupt. Ihre Gründung geht auf das ausgehende 19. Jahrhundert zurück, als britische und russische Interessen in diesem abgelegenen Gebiet aufeinander prallten. Resultat dieses „Great Game“ genannten Kräftemessens war die gemeinsame Festlegung der Grenzen des russischen Reiches, die zugleich eine Pufferzone zur britischen Kronkolonie Indien vorsah. So wurde aus dem ansonsten wirtschaftlich unattraktiven Hochland ein strategischer Außenposten Moskaus. Das ging so weit, das West- und Ostpamir später sogar autonomen Status erhielten und zum „Gorno-Badachschanskaya Autonomnaya Oblast“ (GBAO) zusammengefasst wurden. In administrativer Hinsicht besteht diese Autonomie immer noch, auch wenn die Region heute zum Staatsgebiet Tadjikistans gehört. Murghab, das früher Pamirski Post hieß, wurde 1891 gegründet und erfüllte mehr als ein Jahrhundert lang die Funktion des militärischen und administrativen Hauptquartiers der hier stationierten russischen Grenztruppen. Mit dem Ende der Sowjetherrschaft endeten auch die massiven Subventionen aus Moskau, darunter v.a. Futterexporte für die örtliche Viehhaltung sowie Brennstoff- und Lebensmittelversorgung der stark gestiegenen Bevölkerung. Andererseits eröffnete die Privatisierung der Wirtschaft neue Möglichkeiten, zunächst im Handelssektor, seit kurzem jedoch auch im touristischen Bereich. Einmal mehr übernachten wir in privaten Gastzimmern.

6.-12. Tag
Kameltrek
Nach dem Frühstück haben wir einige Formalitäten zu erledigen und sehen uns dann die Stadt genauer an. Dazu gehört neben dem örtlichen Museum und dem Markt auch das „Yak House“, Aushängeschild und Verkaufsladen einer von Frauen getragenen Initiative, die die Herstellung und Vermarktung einheimischer Handwerksprodukte betreibt. „Yak House“ vereinigt lokale Fertigkeiten mit traditionellem Wissen und zielt darauf ab, dieses Wissen zu erhalten und zugleich für Beschäftigung zu sorgen. Nachmittags fahren wir in Richtung Nordosten und machen unterwegs verschiedene Stops, um die Landschaft zu genießen. Nach einer Jurtenübernachtung treffen wir am Morgen mit den Kamelen und ihren Führern zusammen – sie werden während der nächsten fünf bis sechs Tage unsere Begleiter sein. Das Besondere an den Tieren ist: Es sind keine asiatischen Trampeltiere mit ihren charakteristischen zwei Höckern, sondern einhöckerige Dromedare wie jene, die in den arabischen Wüsten und in der Sahara zu Hause sind. Es gibt in dieser Gegend nur ganz wenige von ihnen. Wahrscheinlich gelangten sie über den uralten Handelsweg der Seidenstraße hierher oder sind sogar Nachfahren von Urahnen aus dem Tross Alexanders des Großen. Mit ihnen und ihren Besitzern ziehen wir los wie zu Zeiten der großen Handelskarawanen, die das chinesische Reich mit dem Mittelmeer verbanden. Da die Tiere geführt werden, ist keine Reiterfahrung notwendig und der Kopf ist frei für die archaische Wüstenlandschaft, die uns umgibt. Bei guter Sicht können wir vielleicht sogar den mächtigen vergletscherten Gipfel des Mustagh Ata erkennen, der bereits auf chinesischem Boden steht. In aller Gemächlichkeit bewegen wir uns im Wiegeschritt der Kamele durch die schmalen und breiten Täler dieses östlichsten Teils des Murghab-Plateaus vorwärts. Unser Ritt führt von Sommerweide zu Sommerweide, von Jurte zu Jurte. Wir teilen das Leben der Nomaden, sind wie sie Sonne und Wind ausgesetzt und wie sie auf der Suche nach Futterplätzen für die Tiere. Dort grasen ihre Herden, die ihr ganzer Reichtum sind: Schafe, Ziegen, vereinzelt Kamele, vor allem aber Yaks, die zottigen robusten Hochlandrinder Zentralasiens. Deren Milch ist das Grundnahrungsmittel schlechthin, die verschiedensten Speisen und Getränke werden daraus gewonnen, unter anderem Chakka, eine Art Kefir mit Kräutern. Die örtliche Küche ist ganz den Gegebenheiten dieser kargen Bergregion angepasst und gleicht einen geringeren Fleischanteil mit Gemüse und Milchprodukten aus. Wieder und wieder werden wir in den Genuss der für den Pamir so kennzeichnenden Gastfreundschaft kommen und auch selber Gäste empfangen, um mit ihnen zu teilen. Und immer wird zum Abschluss der gemeinsamen Mahlzeiten gesalzener Tee mit Ziegenmilch und Butter gehören – eine nahrhafte Speise für sich und von innen wärmend, wenn draußen Wind und Wetter wüten. Doch keine Sorge: Das Klima hier ist im Sommer gewöhnlich trocken und mild. Trotzdem ist zwischendurch alles möglich: Sturm, Regen, Hagel, ja sogar Schnee mitten im August. Und es kann durchaus passieren, dass mittags 30 Grad herrschen und abends Bodenfrost. Umso eher begreifen wir, wie geschickt sich die Nomaden diesen Verhältnissen angepasst haben. Während unseres Kameltreks beschreiben wir einen großen Bogen und treffen am 12. Tag am Ausgang des Bel-Airyk-Tals wieder auf unsere Fahrzeuge. Hier verabschieden wir uns von unseren Begleitern und fahren zurück nach Murghab.
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13.-16. Tag
Durch den Süden des Murghab-Plateaus
Heute folgen wir den vielen Schleifen des Murghab Richtung Westen und bekommen dabei erneut Petroglyphen zu Gesicht. In den heißen Quellen von Eli Su gönnen wir uns ein wohliges Bad und eine kräftigende Ruhepause. Heiße Mineralquellen sind im ganzen Pamir eine häufige Erscheinung. Viele von ihnen dienen medizinischen Zwecken, wieder andere haben rituelle Funktion und gewähren nicht jedem Besucher Zutritt. Eli Su ist zugleich Standort eines ambitionierten Projekts der Entwicklungszusammenarbeit. Nachdem die Region von den großen Entwicklungshilfeverbänden bereits aufgegeben war, begann sich vor mittlerweile gut vier Jahren eine kleine französische Nichtregierungsorganisation (NRO) im östlichen Pamir zu engagieren. ACTED – die Abkürzung steht für L'Agence d'Aide à la Coopération Technique Et au Développement – versucht, den Einheimischen wieder eine tragfähige wirtschaftliche Perspektive zu geben. So hat sich etwa seit dem Ende der sowjetischen Herrschaft der Viehbestand halbiert – er kann die Bevölkerung längst nicht mehr ausreichend ernähren. Sämtliche Lebensmittel, Konsum- und Industriegüter müssen umständlich über dieselben Gebirgsstrecken importiert werden, über die auch wir eingereist sind. Die Ziele von ACTED sind daher breit gefächert. Vorrangig umfassen sie die Erweiterung der Viehwirtschaft, die Begründung eines Hochgebirgsgartenbaus zur Selbstversorgung, die wirtschaftliche Wiedereingliederung von Frauen, wie sie etwa das „Yak House“ in Murghab betreibt, und die Entwicklung eines für die Ansässigen gewinnbringenden Tourismus. Auch die Gründung unserer Partneragentur vor Ort geht wesentlich auf die Initiative von ACTED zurück. In Eli Su hat die französische NRO nun in einigen Häusern ein neues Heizungssystem eingeführt, das das Wasser der heißen Quellen nutzt. Das soll den Brennholzbedarf deutlich senken. Der ist im Verbund mit dem in der Vergangenheit gewachsenen Bevölkerungsdruck verantwortlich für die zunehmende Abholzung der ohnehin spärlichen Vegetation des östlichen Pamir. Dies ist ein Beispiel dafür, wie mit kleinen Maßnahmen langfristig eine spürbare Verbesserung der Lebens- und Umweltbedingungen erreicht werden soll.

Wir übernachten in einer Jurte und fahren anschließend ein Stück des Weges zurück, bevor wir – wieder in Murghab angekommen – nach Süden schwenken. Im Shakharakh-Tal erwartet uns erneut ein Höhepunkt der archäologischen Geschichte des Landes: die sehr gut erhaltenen Felsmalereien von Shakhty, die in die Zeit zwischen 8000 und 5000 v. Chr. datiert werden. Nicht weit entfernt davon machen wir einen Stop beim Shorbulak-Observatorium und erleben später unser zweites entspannendes Bad, diesmal in den heißen Quellen von Jarty Gumbez. Von dort fahren wir noch rund fünf Kilometer weiter zu den Weidegründen von Ak Kalama, wo wir in einer Jurte übernachten.

Am Morgen des 15. Reisetages startet unser zweitägiges Trekking in Richtung des Khujigit-Sees. Im Süden erkennen wir den niedrigen Riegel des „Kleinen Pamir“, über dessen Scheitellinie die Grenze zu Afghanistan verläuft. Wir wandern durch eine weite offene Landschaft und können bereits am späteren Nachmittag in der Gegend des Dorfes Tschestobo den See vor uns liegen sehen. Auch hier verbringen wir die Nacht in einer Jurte, doch diesmal brechen wir in aller Frühe wieder auf. Denn heute wollen wir versuchen, die hier lebenden Marco-Polo-Schafe ausfindig zu machen. Diese Arkhar, wie sie auf Kirgisisch heißen, besitzen ausgesprochen lange Hörner und leben in Herden von bis zu 30 und mehr Tieren zusammen, die meist nach Geschlechtern getrennt sind und sich nur zur Zeit der Paarung für einige Monate vereinigen. Durch Abholzung und Erosion sind die Arkhar mittlerweile vom Aussterben bedroht. Überdies sind sie sehr scheu, doch mit etwas Glück werden wir einige von ihnen zu Gesicht bekommen. Sehr viel größeres Glück braucht man, um einen der sehr seltenen Schneeleoparden zu sichten. Die Chance ist etwa genauso groß wie die, auf den berühmten Yeti zu treffen, der u.a. auch im Pamir herumgeistern soll. Andere Bewohner dieser Gegend sind Hasen und graue Hamster, außerdem – auf Höhen über 4000 Metern – Füchse, Wölfe und vereinzelt auch Braunbären. Vielleicht begegnen wir sogar einem der riesigen Bartgeier oder sehen einen Adler majestätisch über die Bergspitzen kreisen. Nach einem Picknick auf der „Jailoo“ Sary Ghorum geht es gemächlich zurück nach Ak Kalama.

17.-22. Tag
Durch den westlichen Pamir
In Ak Kalama steigen wir wieder in unsere Fahrzeuge und erreichen westlich des Neizatash-Passes das Tal des Alichur. Unterwegs unternehmen wir kurze Wanderungen zu einem Wasserfall und verschiedenen Höhlen im zerklüfteten Felsgestein. Hier sind die Weiden, wenn überhaupt, dünn gesät. Nur wenige Pflanzen vermögen dem rauen Klima zu trotzen. Zu den hartnäckigsten gehört Teresken, ein gedrungener, robuster Wüstenstrauch mit kleinen zusammengerollten Blättern und bescheidensten Ansprüchen. Das hat seinen Preis: Teresken wächst sehr langsam, eine Pflanze von kaum dreißig Zentimetern kann gut und gerne seine 50 bis 80 Jahre alt sein. Der Strauch spielt für die Region eine herausragende Bedeutung: Er ist die wichtigste Futterpflanze und liefert zugleich oft das einzige Brennholz, das zur Verfügung steht. Sicher werden wir unterwegs immer wieder auf Lastwagen voller Teresken stoßen. Der Raubbau an der Natur rächt sich in Verkarstung, Verödung und Erosion. Dennoch gibt es für die Menschen kaum eine Alternative.

Ein Abstecher führt uns später zum Schrein von Bash Gumbez. Wie die anderen zentralasiatischen Länder ist Tadjikistan vom Islam geprägt, doch auch hier spielt der östliche Pamir eine Sonderrolle. Im Gegensatz zur überwiegenden Mehrheit der Tadjiken, die sich zu den Sunniten zählen, gehören die Bewohner der östlichen Hochebenen der ismailitischen Glaubensrichtung an. Das äußert sich nicht zuletzt in der traditionellen Architektur: Fünf Pfeiler tragen in der Regel die Holzdecke des Hauptraums – entsprechend den fünf Propheten des ismailitischen Islam. Unser heutiges Tagesziel ist Alichur. Der westlich des Ortes gelegene Talabschnitt des gleichnamigen Flusses gehört zu den landschaftlichen Juwelen des Murghab Rayon. Wie eine glänzende Schlange windet sich der Alichur am Fuß kahler Berghänge entlang und mündet am Ende in die langgestreckte Wasserfläche des Yashil Kul.

Tags darauf erklimmen wir mit unseren Fahrzeugen den über 4300 Meter hohen Khargush-Pass und gelangen auf der anderen Seite an die Ufer des Pamir, dem wir in Richtung Südwesten folgen. Bei Langar, wo wir übernachten, treffen wir auf das Wakhan-Tal. Beide Flüsse vereinigen sich zum Panj, dem längsten und bedeutendsten Strom Tadjikistans. Dieser wird uns nun fast bis zum Ende der Reise begleiten. Dabei erheben sich anfangs zu unserer Linken die schneebekrönten Häupter des Hindukush wie stumme, majestätische Wächter. Später markiert der Flussverlauf die Grenze zum südlichen Nachbarland Afghanistan. Mit dem Erreichen des Panj haben wir die Hochebenen des östlichen Pamir endgültig verlassen und bewegen uns nun auf einer jener Routen, die einst die Seidenstraße nahm. Entsprechend zahlreich sind die kulturellen Zeugnisse, die unseren Weg säumen. Allein auf der folgenden Etappe nach Darshai sehen und erleben wir den Sufischrein des Mubarak Kaddam, die alte Befestigungsanlage bei Yamchun und die heißen Quellen von Bibi Fatima. Am Morgen des 20. Tages erkunden wir auf einer kurzen Wanderung die Mündung des Darshai-Tals und besuchen anschließend Garm-chashma, einen herrlich gelegenen Erholungsort, dessen Mineralquellen heilsame Wirkung haben. Nachmittags gelangen wir nach Khorog, dramatisch eingebettet zwischen rauen Bergen. Hier strömen dem Panj gleich zwei Flüsse zu: der Gunt, den wir in seinem Oberlauf schon als Alichur kennen gelernt haben, und die kürzere Shakhdara. Khorogs Klima ist, abgesehen von den kalten Wintern, sehr angenehm und erlaubt eine dichte Vegetation aus Obstbäumen und Pappeln. Wir befinden uns in dem einzigen Ort des Pamir, der tatsächlich den Namen Stadt verdient. Besonderen Ruf genießt der Botanische Garten, den wir uns am nächsten Morgen ansehen werden, ebenso wie das örtliche Museum und den Basar. Sogar ein Theater gibt es hier. Auf unserer Weiterfahrt verengt sich das Panj-Tal immer wieder zu klaffenden Schluchten, die zu wiederholten Stops verlocken. Von Kala-i-Khumb, unserem nächsten Etappenhalt, brechen wir am Morgen des 22. Reisetages frühzeitig auf, denn vor uns liegt der letzte Pass, den wir überwinden müssen: der Saghirdasht. Seine Höhe: 3250 Meter. Danach folgen wir dem Tavildara- und dem Vakhsh-Tal bis in die Hauptstadt Dushanbe.

23.-24. Tag
Das Ende der Reise
Am 23. Tag Transfer zum Flughafen und Rückflug nach Bishkek, wo wir zwei Zwischenübernachtungen einlegen. Der 24. Tag steht zur freien Verfügung. In den frühen Morgenstunden des 25. Tages der letzte Transfer zum Flughafen in Bishkek und Rückflug via Istanbul nach Frankfurt. Ankunft dort am späteren Nachmittag.

Leistungen:

Linienflüge via Istanbul und Bischkek Flüge Bischkek-Osh und Duschanbe Bischkek Transfers vom und zum Flughafen Rundreise im Geländewagen (max. 4 Personen) oder geläündegängigen Minibus (max.7 Personen pro Fahrzeug) 5-6tägiges Kameltrekking mit Lastkamelen 5 Hotelübernachtungen 8 Funduq- und Gasthausübernachtungen 11 Yurten/Campübernachtungen (Gemeinschaftsjurte) Campingausrüstung mit Expeditionsküche Vollpension Trinkwaser während der rundreise Alle Besichtigungen Exkursionen und Eintritte gemäß Programm Naturschutzgebühr für Trekkingtouren Besorgung der offiziellen Einladungsschreiben Deutschsprechende Reisebegleitung Landeskundiger englischsprechender Guide

Durchführung: Juli
Teilnehmerzahl: 7 -12 Personen
Preis: ab 3085 Euro (Einzelzimmerzuschlag 90 Euro)
Referenz: noma-08

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Beratung durch unser vielgereistes Traveller-Team wird bei uns ”gross” geschrieben.
Gerti ist ausgiebig organisiert und auf eigene Faust in der Pakistan gereist.

Erleben Sie
Kasachstan, Kirgisien, Usbekistan,
Turkmenistan und Tadschikistan

Fragen Sie uns nach Reisen die einige dieser hochinterssanten Länder kombinieren.

Staunen Sie über unsere Touren entlang der Seidenstrasse.